01_hafnerzeichenTonplattenböden


Die bereits in den mittelalterlichen Klöstern eingesetzten Tonplattenböden fanden über Jahrhunderte grosse Verbreitung: Die Palette reichte von einfachen gebrannten bis zu äusserst kunstvoll glasierten Platten mit komplizierten Verlegemustern. Heute sind diese Böden rar geworden. Ihr Überleben über Jahrhunderte verdanken sie der unvergleichlichen Dauerhaftigkeit des Materials. Um das einmalige Oberflächenbild zu erhalten, darf keine Mühe gescheut werden. Eine umfassende Restaurierung beinhaltet die massgenaue Kartierung und Durchnummerierung sämtlicher Platten, den etappenweisen Ausbau und die Restaurierung der Unterkonstruktion durch Einbringen einer Mischung von mit Hanffasern versetztem Sumpfkalk-Leichtgranulat. Vor dem Wiedereinbau der Platten werden diese sorgfältig restauriert und nach Austrocknung des Untergrundes genau an der originalen Stelle wieder 1:1 eingesetzt. Der nach alter Rezeptur hergestellte Restaurierungsmörtel zum Verlegen der Platten hat die Eigenschaft, bis zu einem gewissen Grad weich zu bleiben, sodass er Spannungen und Schwingungen auszugleichen vermag und wesentlich zur Dauerhaftigkeit des Bodens beiträgt.

Dank der wärme- und feuchtigkeitsregulierenden sowie feuerhemmenden Eigenschaften sind Tonplattenböden unverändert bis in die heutige Zeit ein idealer Baustoff.